Einfache Soziale-Netzwerk-Regeln für Kinder

Es gefällt ihnen vielleicht nicht, aber die Kommunikationsmöglichkeiten unserer Kinder haben sich über die letzten zehn Jahre drastisch verändert. Sie treffen sich weniger oft und rufen sich seltener an, sind aber über Soziale Netzwerke laufend online in Verbindung. Irgendwann im Alter zwischen 11 und 14 Jahren – je nach regionalen Teenager-Trends und teilweise der Gesetzgebung – wird Ihr Sohn oder Ihre Tochter ein eigenes Facebook-Konto anlegen wollen. Allerdings sind die Eltern dennoch für ihre Kinder und ihre Online-Handlungen verantwortlich.

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Verbote funktionieren nie

Manche Eltern warten auf das „magische“, irgendwie richtige Alter (zum Beispiel den 14. Geburtstag), bevor sie ihren Kindern erlauben, sich bei Sozialen Netzwerken anzumelden. Das führt allerdings eher dazu, dass die Kinder im Geheimen ein Konto anlegen, denn sie werden sich ihren Freunden anschließen und nicht zum Außenseiter werden wollen. Wenn Sie es nicht vermeiden können, dass Ihr Kind sich auf Sozialen Netzwerken anmelden möchte, sollten Sie dabei die Führung übernehmen.

Viele Bildschirme

Wenn Sie Ihren Familien-Computer im Wohnzimmer stehen haben und dadurch meinen, dass Sie die Online-Aktivitäten Ihrer Kinder gut überwachen können, haben Sie andere Geräte vergessen: Smartphones, Tablets, Schul-PCs, Spielkonsolen, Smart-TVs und vielleicht sogar den Kühlschrank. Mit all diesen Geräten ist es möglich, mit seinen Freunden in Verbindung zu treten, wobei das meistgenutzte Gerät das Smartphone ist. Und genau dort lauern einige Gefahren, die Sie und Ihr Kind kennen sollten.

Ihr Kind wird vor allem mit dem Smartphone kommunizieren. Denken Sie daran, wenn Sie Online-Regeln für Ihr Kind aufstellen.

Persönliche Sicherheit

Wenn man alleine mit seinem Computer oder Smartphone dasitzt, vergisst man schnell, dass im Internet Milliarden von Menschen unterwegs sind, die man mit nur wenigen Klicks erreichen kann. Dazu gehören auch Betrüger, Trolle mit allen möglichen bösen Absichten und noch viel gefährlichere Zeitgenossen, etwa Pädophile. Um Ihr Kind wirklich hundertprozentig zu schützen, müssen Sie ihm einige Sicherheitsregeln für das Internet erklären, die genau so wichtig sind, wie Sicherheitsregeln für den Straßenverkehr. Die Regeln sind eigentlich ganz einfach: Veröffentliche nie deinen Namen, sag nicht, wo du wohnst und wo deine Schule ist, berichte deinen Eltern oder offiziellen Stellen sofort von verstörenden Online-Unterhaltungen. Fotos und Videos sind die gefährlichsten Inhalte, die man im Internet veröffentlichen kann: Denn neben visuellen Hinweisen auf den Aufenthaltsort des Kindes fügen Smartphones gerne automatisch Geo-Tags hinzu, die den Aufnahmeort verraten. Deshalb sollte diese Funktion auf dem mobilen Gerät Ihres Kindes ausgeschaltet werden.

Die wichtigste Regel

Der größte Fehler, den sowohl Kinder als auch Erwachsene im Internet machen, ist die Annahme, dass alles, das online passiert nur ein Spiel ist. Man sieht sein Gegenüber nicht und bekommt keine nonverbale Rückmeldung (man sieht keine Gesten, hört nicht, wie er spricht und so weiter), so dass es leicht ist, zu glauben, die Konversation seit „nicht real“. Deshalb sagt man im Internet schneller etwas unpassendes als im echten Leben.

Der zweite Fehler ist, dass die Auswirkungen und Reichweite von online geschriebenen Worten nicht erkannt werden. Viele Menschen – sowohl Bekannte als auch komplett Unbekannte (plus automatische Roboter) – können jedes Wort sehen können, das online veröffentlicht wird. Deshalb ist die wichtigste Regel für Ihr Kind ganz einfach: Schreib nichts im Internet, das du nicht auch persönlich öffentlich sagen würdes. Nur Menschen, die das wirklich verstehen, sollten Soziale Netzwerke nutzen. Einfach gesagt: „Das geschriebene Wort kann gefährlicher sein als das gesprochene“ oder „Jedes Wort und jede Online-Aktion wird von anderen gesehen”.

Treffen Sie Vereinbarungen

Selbst wenn Sie sich sicher sind, dass Ihr Kind die Regeln versteht, sollten Sie hin und wieder prüfen, wie es sich online schlägt. Tun Sie das aber nicht heimlich, sondern verhandeln Sie idealerweise die Kontrollprozesse vorher mit Ihrem Kind. Fühlt sich Ihr Kind wohl, wenn Sie sein Passwort kennen? Will Ihr Kind seine Eltern als Freunde bei Facebook annehmen? Oder sich einer speziellen Kindersicherung unterzuordnen? Wird diese richtig eingesetzt, ist sie wohl die komfortabelste Wahl, denn eine gute Kontroll-Software kann Eltern in bestimmten Situationen alarmieren (zum Beispiel wenn bestimmte Schlüsselwörter in Benachrichtigungen auftauchen), ohne dass die Eltern die komplette Konversation mitlesen können.

Zudem ist es wünschenwert, mögliche administrative Maßnahmen zu treffen, um das Online-Verhalten des Kindes zu beeinflussen. Etwa ein Blockieren des Online-Zugangs solange die Hausafgaben nicht gemacht sind, keine Nutzung des Smartphones während dem Essen und das zeitweise Wegnehmen des Smartphones bei schlechtem Benehmen. Natürlich sollte das alles immer sinnvoll angewendet werden und die Freiheit Ihres Kindes nur minimal einschränken, wenn es sich immer richtig verhält.

Vorsicht vor Mobbing

Eines der gefährlichsten Dinge, die Kindern auf Sozialen Netzwerken passieren können, ist das Online-Mobbing durch ihre Mitschüler (in der letzten Zeit vor allem als Cyber-Mobbing bezeichnet). Verglichen mit Mobbing an der Schule gibt es hier zwei gefährliche Unterschiede: Online-Mobbing passiert rund um die Uhr, nicht nur in der Schule, und ohne den bereits oben genannten direkten Kontakt wird es meist hässlicher und ausufernder. Aggressionen können hier verschiedene Formen annehmen: das Passwort des Opfers herausfinden und in seinem Namen unerwünschte Dinge veröffentlichen, peinliche Fotos des Opfers veröffentlichen, um es vor den Mitschülern zu blamieren, oder seine Geheimnisse öffentlich machen usw.

Diese Aktionen erkennen Erwachsene oft nicht so einfach, doch für Kinder und Teenager sind sie sehr deprimierend. Wenn Sie sich also über das Befinden Ihres Kindes nicht sicher sind, oder es sich abwesend oder seltsam verhält, sollten Sie das ernst nehmen und von einfachen Gesprächen bis zu einer Kindersicherung die Möglichkeiten nutzen, um mehr über die Situation herauszufinden und das Mobbing zu beenden. Es gibt verschiedene Organisationen, die darüber informieren und Eltern helfen (etwa Netz-gegen-Mobbing, das Bündnis gegen Cybermobbing und einige andere), oder Sie fragen einfach bei der Schule Ihres Kindes um Hilfe.

Falls Ihr Kind selbst andere Kinder online schikaniert, sollte Ihre Reaktion ebenfalls sofort kommen und entsprechend streng sein. Sie müssen Ihrem Kind erklären, dass dies sehr gefährlich ist und zu ernsten Konsequenzen führen kann. Ob Sie dabei Fakten – etwa Fälle, in denen das Mobbing-Opfer Selbstmord begangen hat und der Rowdie vor Gericht musste – vorbringen, bleibt Ihnen überlassen.

 

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Gehen Sie mit auf die Reise

Die beste Möglichkeit, den Kontakt mit Ihrem Kind nicht zu verlieren, wenn es sich in die Online-Welt stürzt, ist, es gemeinsam zu tun. Helfen Sie Ihrem Kind, ein Facebook-Konto anzulegen und die Privatsphäre-Einstellungen richtig vorzunehmen. Lesen Sie relevante Nachrichten (zum Beispiel auf unserer Seite oder unserem englischen Nachrichtenportal Threatpost), um Ihrem Kind zum Beispiel erklären zu können, dass Snapchat-Fotos sich nicht „selbst zerstören“ und es möglich ist, über SEM-Anzeigen die Google-Suchanfragen des Kindes herauszufinden. Teenager sorgen sich heute um ihre Privatsphäre, deshalb können Sie Punkte sammeln, wenn Sie sich mit ihm verbünden.

 

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