19 Jan 2017

Tipps, um zu vermeiden, dass soziale Medien Ihr Familienleben zerstören

Tipps

Haben Sie sich jemals gefragt, wie viel Ihres Selbstbewusstseins heutzutage von Likes abhängt? Digitale Kommunikation soll Distanzen verringern und Menschen aus verschiedenen Städten und Ländern miteinander verbinden – damit Sie mit ihren Freunden und Familien Kontakt halten können. Leider kann sie auch genau das Gegenteil bewirken. Wir sind uns alle darin einig, dass das Internet keine Unterhaltung unter zwei Augen ersetzen kann, und trotzdem ist uns die Aufmerksamkeit online sehr wichtig. Wir sehnen uns danach, dass anderen unsere Beiträge gefallen und sie sie teilen.

Tips to avoid letting social media ruin your family life

Ist dieses Problem wirklich SO gravierend?

Die Frage kann zu vielen hypothetischen und theoretischen Spekulationen führen, also entschieden wir uns zu einigen Nachforschungen und stützten uns auf die erhaltenen Daten. Unsere Studie bestätigte, dass soziale Medien wirklich Probleme lösen, aber gleichzeitig auch neue schaffen.

Hier finden Sie die Ergebnisse dieser Studie:

Sind Likes der neue Standard für Selbstbewusstsein?

Es stellt sich heraus, dass einer von zehn Social-Media-Nutzern online ist, um Freunde, Bekannte oder sogar Fremde zu beeindrucken. Manchmal geben sie vor, an einem Ort zu sein oder etwas zu tun, das nicht genau der Wahrheit entspricht. Außerdem lassen viele Nutzer sozialer Medien ethische Standards außer Acht, um beliebter zu sein. So sind sie z. B. dazu bereit, ein Foto von ihrem Freund in einer peinlichen Situation zu veröffentlichen. Nur für Likes.

Etwas Vertrauliches über Freunde, Arbeitgeber und Mitarbeiter zu enthüllen, ist – zu unserem Erstaunen – kein Tabu.

Interessant ist, dass auf der Jagd nach Likes Männer dazu bereit sind, weiter zu gehen als Frauen. Neben der Veröffentlichung von peinlichen Fotos von Freunden, nehmen Männer sogar das Posten von eigenen Peinlichkeiten in Kauf. Männer sind auch häufiger enttäuscht, wenn ihre Posts weniger Likes als erwartet erhalten, oder wenn jemand, der ihnen etwas bedeutet, ihren Beitrag nicht mit „Gefällt mir“ markiert (24 % der Männer vs. 17 % der Frauen).

Wie beeinflusst die Jagd nach Likes unseren Alltag?

Wir leben in einer sich stets wandelnden, hoch technologischen Welt. Wir haben die Möglichkeit, unsere Freunde, Familien und Kollegen immer dann zu kontaktieren, wenn es uns nicht möglich ist, sie persönlich zu sehen. Die Befragten gaben zu, dass sie weniger mit ihren Eltern (31 %), Kindern (33 %), Partnern (23 %) und Freunden (35 %) kommunizieren, da sie sich mit ihnen über soziale Medien austauschen könnten.

Wann haben Sie zuletzt Ihre Freunde oder Familie besucht? Sollte Sie sich nicht erinnern können, ist es höchste Zeit, das nachzuholen.

Außerdem wirkt sich die Jagd nach Likes auf unser Familienleben aus. So gaben z. B. 21 % der Befragten zu, dass die Beziehung zu ihren Kindern darunter litt, nachdem diese ihre Eltern in peinlichen Situationen auf sozialen Medien entdeckt hatten. Wie wir bereits zuvor erwähnt haben, posten Menschen bereitwillig Peinlichkeiten, um mehr Likes zu erhalten – es handelt sich also um einen Teufelskreis!

Eltern drücken da anscheinend eher ein Auge zu: nur 14 % gaben zu, dass sie sich über das Online-Verhalten ihrer Kinder ärgern. Dazu gestanden 16 %, dass die Beziehung mit ihrem Partner durch unangemessene Beiträge gelitten habe.

Was sollten Sie tun?

Die Hälfte unserer Befragten war sich sicher, dass soziale Netzwerke der Qualität ihrer Beziehungen nicht schaden; im Gegenteil: durch das Internet haben sie das Gefühl, ihrer Familie näher zu sein. Das kann wahr sein. Gleichzeitig warnt die Medienpsychologin der Uni Würzburg, Dr. Astrid Carolus, davor, dass Menschen ihre Onlinekommunikation nicht objektiv einschätzen können. Daher raten wir Ihnen eins: Überlegen Sie, wann Sie zuletzt Ihre Freunde und Eltern besucht haben. Sollte das schon mehrere Wochen her sein, ist es vielleicht höchste Zeit, ihnen einen Besuch abzustatten. Schauen Sie vorbei, bringen Sie ein Stück Kuchen mit und sagen Sie ihnen, wie sehr Sie sie vermissen. Das ist alles.

Sie sollten auch darüber nachdenken, wie wichtig Ihnen soziale Medien sind. Würden Sie für mehr Likes hungern? Schauen Sie mehrmals täglich auf Facebook vorbei, um zu sehen, ob es neue Reaktionen gibt? Sollten Sie Zweifel haben, dann machen Sie unser Quiz und finden Sie heraus, ob Sie ein Likeaholic sind – oder nicht.

Unsere Studie zeigt, dass sich 58 % der Menschen unwohl und wütend fühlen, wenn Freunde Fotos von ihnen posten, die sie niemals veröffentlichen wollten. Also kommt hier unser dritter Tipp: denken Sie immer zweimal nach, bevor Sie etwas online veröffentlichen. Sie wissen nicht, ob dieser Post Kriminelle anzieht, oder ob ein anderer Beitrag die Gefühle eines Freundes verletzt.